Rehabilitationstherapeutisches Schwerpunktkonzept
für hämatologische Stammzelltransplantation (HSZT)

Die ESPAN Klinik hat in Anlehnung an die Rahmenempfehlungen der ARNS zur Qualitätssicherung ein Schwerpunktkonzept für die stationäre Rehabilitation allogen und autolog hämatopoetisch Stammzelltransplantierter (HSZT) initiiert.

  • Autolog Transplantierte bis Tag +100 nach Transplantation
  • Autolog Transplantierte über Tag 100 nach Transplantation mit kompliziertem Verlauf
  • Allogen Transplantierte bis Tag +365 nach Transplantation
  • Allogen Transplantierte über Tag 365 nach Transplantation, sofern gravierende posttransplantäre Langzeit- und Spätfolgen aufgetreten sind
  • Fortbestehender Bedarf an Blutprodukten bei nichtausreichend regenerierter Hämatopoese
  • Gravierende kognitive Leistungsdefizite, hirnorganisches Psychosyndrom, Demenz
  • Querschnittslähmung
  • Skelettinstabilitäten durch Osteolysen und Osteoporose
  • Schwere nicht kontrollierte GvHD von Haut, Magen-Darm-Trakt, Lunge und Leber
  • Karnofsky-Index unter 60%
  • Besiedlung mit multiresistenten Keimen
  • Fortlaufende immunsuppressive Therapie, sofern eine chronische GvHD von Haut, Magen-Darm-Trakt, Leber und Lunge stabil beherrscht ist
  • Bei Immobilitäts- oder/und Steroid-induzierter Myo- und Osteopathie, sofern Motivation zu bewegungstherapeutischen Therapieansätzen gegeben ist

Behandlungsdauer: 21 Tage


Das medizinische Konzept der ESPAN Klinik für Onkologie sieht eine ganzheitliche Nachbetreuung von transplantierten Patienten vor und beinhaltet rehabilitative Therapien, Nachsorgemaßnahmen, Überwachung sowie Behandlung und Prävention von transplantationsspezifischen Früh- und Spätfolgen. Zum vielfältigen therapeutischen Spektrum zählen u. a.
Physiotherapie, Sport- und Bewegungstherapie, Ergotherapie
sowie physikalische Therapie.

Die „akute Phase“ nach einer Blutstammzell- oder Knochenmarktransplantation ist abgeschlossen.
Die Entlassung aus der stationären Behandlung
des Transplantationszentrums und der Übergang
in die ambulante Behandlung werden eingeleitet.

In unserer Hämatologisch-onkologischen Fachklinik bieten wir in einer frühen und stabilen Phase nach allogener und autologer Stammzelltransplantation eine umfassende Rehabilitation und Nachsorge an
Wir garantieren eine kompetente und verlässliche Überwachung transplantationsspezifischer Folgeschäden:

  • bei erhöhter Infektanfälligkeit
  • der Graft-versus-Host-Erkrankung
  • weiterer immunologischer-, Infekt- und Organkomplikationen
  • medikamentös-toxische Organschäden

Ein umfassendes, individuell gestaltetes Therapieprogramm berücksichtigt die Bedürfnisse der meist erheblich physisch geschwächten und psychisch belasteten Patientinnen und Patienten.

Die Kontinuität eines meist monatelangen Behandlungsverlaufes ist durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der spezialisierten Rehabilitationsklinik und dem Transplantationszentrum gewährleistet.
In enger Absprache mit den Transplantationszentren führen wir die spezifischen ärztlichen Therapien einschließlich der Steuerung der Immunsuppression, der Infektprophylaxen und -therapien sowie die klinischen und laborchemischen Überwachungen möglicher Organkomplikationen nahtlos fort.

Das Ziel und die Motivation unseres Rehabilitationsteams besteht darin, die Patientinnen und Patienten in der frühen posttransplantären Zeit während der Übergangsphase in die ambulante Betreuung sicher zu versorgen.
Im weiteren Verlauf sind gleichermaßen, die Spätfolgen der Transplantation zu erkennen und zu behandeln.
Es gilt Zuversicht und Selbstvertrauen zu fördern, Kondition und Kräftigung gezielt aufzubauen, die seelische Verfassung zu stabilisieren, die Lebensqualität zu verbessern und die berufliche Reintegration ggf. vorzubereiten.

  • Transplantationserfahrene hämatologische Betreuung
  • Qualifizierte motivierte Pflege
  • Psychoonkologisch-verhaltenstherapeutisch ausgerichtete Beratung und Betreuung in Einzel- und Gruppengesprächen sowie Entspannungsverfahren
  • Dosiert auf gebautes Grundlagenausdauer-, Bewegungs- und Muskelkräftigungstraining in Einzeltherapien und Kleingruppen
  • angepasstes Ausdauertraining im Freien
  • Manuelle und funktionelle Einzelkrankengymnastik, ergotherapeutische und physikalische Therapiemaßnahmen
  • Kreative Gestaltungstherapie
  • Physikalische entspannende Therapien einschließlich Massagen
  • Qualifizierte Ernährungsberatung und -schulung, oraler Nahrungsaufbau unter Gewährleistung keimarmer Kost
  • Überwindung von physischer und psychischer Erschöpfung und Müdigkeit im Sinne eines Fatigue-Syndroms
  • Aufbau der muskulären Kräfte, Ausdauerleistungsfähigkeit und Beweglichkeit einschließlich Erlernen adäquater Atemtechnik
  • Unterstützung in der Krankheitsverarbeitung durch psychoonkologische Begleitung
  • Aufbau von Resilienz, Erlernen von Entspannungstherapien
  • Reintegration in das häusliche, soziale und berufliche Umfeld in einer interdisziplinären medizinisch beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR)